Meine Reise durch Japan

Die ersten 4 Wochen meines "Extended Leave" Urlaubs werde ich mit einer Tour durch Japan verbringen.
Hierbei wird die sprachliche (und kulturelle) Huerde wohl die groesste Herausforderung darstellen. Man koennte es also als eine Art Abenteuerurlaub in eine andere Zivilisation verstehen.

Planung der Reiseroute


Geplant ist eine etwa einwoechige Tour durch Kyushu, den suedlichen Teil Japans. Diese Gegend sollte erwartungsgemaess etwas laendlicher sein, mit viel schoener Natur und so... Dannach geht es durch Honshu, die Hauptinsel Japans, bis hoch nach Tokyo. Da ich dort etwa eine woche bleiben werde, wird der Tokyo-Aufenthalt auf einer extra Page dokumentiert (auch wenn ich jetzt noch keine Ahnung habe was dort passieren wird).


Aktueller Stand meiner Reise (7.9.2006)


Natuerlich kann (und wird) einiges anders laufen als geplant. Insbesondere wenn ich an meinen tollen Orientierungssinn denke! Wobei, die gemachten Umwege werde ich wohl lieber nicht erwaehnen (oder anzeichnen), das wird sonst peinlich und die Karte unuebersichtlich voll...
An dieser Stelle gibt es also immer eine aktualisierte Version dieser Karte!

Dies ist wohl die Finale Japan Karte.
Von hier aus geht es nun nach Australien...

Fazit der Japan Reise:
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(Die ist einfach eine Sammlung von Dingen die mir wahrend meiner Tour aufgefallen sind. Die Reihenfolge hat keinerlei Bedeutung.)

Japan ist ein wunderschoenes Land, zumindest wenn man einen Bogen um die Grossstaedte macht - die sind grauenhaft! Zumindest Osaka. Tokyo scheint ganz nett zu sein...

Mit Englisch kommt man in den Grossstaedten zurrecht - ueberall anders jedoch nicht! Ich empfehle daher dringend vorher wenigstens ein paar Monate Japanisch zu lernen bis man wenigstens eine Essensbestellung machen kann und die Japanischen Schriftzeichen lesen kann. Man hat sonst echt Probleme sich zurecht zu finden.
Verkauefer jeder Art scheinen generell niemals Englisch zu sprechen. Vermutlich waeren sie keine Verkaeufer wenn sie eine Bildung haetten die eine Fremdsprache beinhaltet.

Eine Tour mit dem Auto wuerde ich im Nachhinein niemandem empfehlen, da das Selber-Navigieren recht schwierig sein kann und die Benzin und Parkplatz Preise ziemlich hoch sind. Ein Parkplatz zum Hotelzimmer kostete meist etwa 25% des Zimmerpreises! Parken in der City war meist extrem teuer, weil es oft nur 24h Parkplaetze gibt, egal ob man nur kurz was einkaufen will oder dort uebernachten will!
Japan mit dem Motorrad bereisen waere vermutlich ideal (einfach tolle Strecken!). Aber ein Motorrad ist einfach nicht zu bekommen.
Da die Bahnverbindungen gut ausgebaut sind wuerde ich dies empfehlen. Insbesondere in den Grossstaedten sollte man sowieso auf Busse, Bahnen und Metro zurueckgreifen.

Ausserdem fahren alle Japaner so lahm Auto, dass es ziemlich frustrierend sein kann. Es ist irgendwie wie das Fahren am Wochenende durch eine Kurgegend. Da hilft gar nix ausser entspannen, denn wenn man ueberholt ist hinter der naechsten Kurve schon der naechste Kriecher. 40kmh in de Stadt, 60kmh auf den Landstrassen und 80kmh auf den (sehr teuren) Expressways sind normal. Es kam nur selten vor dass ich schneller war, und dann meist nur nach Sonnenuntergang weil weniger Leute unterwegs waren.
Ausserdem sind die allermeisten Landstrassen nur einspurig, so dass es durchaus sein kann dass man mal 30km lang nicht ueberholen kann. In den Staedten wird es dann mehrspurig, aber eben auch dementsprechend voller.
Zu meinem Erstaunen habe ich in ganz Japan keine einzige Geschwindigkeitskontrolle gesehen. Schnellfahren scheint in Japan einfach kein Thema zu sein.

Die Japaner sind ein merkwuerdiges Volk. Sie sind extrem hoeflich und hilfsbereit und hierarchie glaeubig. Dies alles erweckt haeufig einen fast schon unterwuerfigen Eindruck. Ihr Verhalten ist fuer uns oft nur schwer nachvollziehbar und Missverstaendnisse damit vorprogrammiert.

Japaner geben und nehmen alles mit zwei Haenden, verneigen sich dann und betrachten es dann erstmal bevor sie es wegstecken um es zu wuerdigen.
Dies ist wohl fuer Geschaeftsleute und das damit verbundene Austauschen der Visitenkarten sehr wichtig! Nicht einfach wegstecken, sondern vor sich auf den Tisch legen und immer mal wieder betrachten!

Beruehrungen scheinen tabu zu sein. Geld (oder aehnliches) wird immer in einer Schale uebergeben, nie von Hand zu Hand.
Ebenso scheint jede Form von Naehe gegenueber Fremden unwillkommen zu sein. In den Metros mag es zwar rammelvoll sein, aber da geht es halt nicht anders. In den Dome Attraktions z.B. waren oft Fortbewegungsmittel fuer 4 Personen, aber jedes wurde immer nur von einem Paeaerchen belegt. Und es hat auch niemals jemand mit mir so ein Vehikel geteilt (obwohl ich nicht stinke!). Daher hatte ich dort immer viel Platz.

Entgegen allen Geruechten habe in den U-Bahnen keine abgetrenten Frauenabteile, keine Pusher und auch keine "begrabschbaren Politessen" gesehen. Scheinen alles Maerchen zu sein!

Es gibt endlos viele Automaten, aber fast 95% davon sind Getraenkeautomaten (obwohl es trotzdem noch jede Menge Kioske und Supermaerkte gibt an denen man ebenfalls Getraenke kaufen kann). Sobald man in zivilisierter Gegend ist, ist im Umkreis von 500m mindestens ein Getraenkeautomat. Sogar auf heiligen Berkgipfeln...
Manchmal steht zwischen den Getraenkeautomaten auch mal ein Zigrarettenautmat. Ach uebrigens eine Schachtel kostet hier zwischen 280 und 320 Yen (grob 2 Euro). Rauchen ist hier gesellschaftlich noch akzeptiert, allerdings gibt es immer ausgewiesene Raucherzonen (und da Japaner ja hoeflich sind halten sie sich auch daran!).
Automaten fuer gebrauchte Damenunterwaesche habe ich (leider) keine entdecken koennen. Ich vermute dies ist auch eher ein Geruecht...

Ich weiss nicht wie es mit der Arbeistlosigkeit in Japan steht, aber ihre Abeitskraft scheint billig zu sein. Baustellen mit einer gesperrten Fahrbahn, wo bei uns einfach eine Ampel den Verkehr regeln wuerde, werden hier fast immer von Menschen geregelt (eigentlich habe ich solche Ampeln nur am Wochenende gesehen). Und meistens nicht von einer Person sondern oft von mehreren in jeder Fahrtrichtung! Rekord den ich beobachtet habe waren 5 Leute in jeder Richtung, die alle nur Fahnen oder Staebe geschwungen haben - 10 Leute zum Verkehr regeln an einer einspurigen Strasse!!! Auch jedes Parkhaus hat wenigstens einen Verkehrsregler (oft sogar 3 bis 4 Leute). Sehr kurios...

In Japan gibt es ganz andere Internet Cafes als bei uns. Man hat dort haeufig eine eigene Kabine mit bequemen Sessel (oder sogar Sofa). Uebernachtungen scheinen voellig ok zu sein und sind billiger als ein Hotel. Ausserdem kann man oft auch DVDs schauen oder aktuelle Computerspiele zocken. Als Urlauber ist das sehr interessant, aber ich habe keine Ahnung warum ein normaler Einwohner sowas tun sollte. Denn das ganze kostet doch immerhin zwischen 3 und 5 Euro die Stunde, so dass es sich schon mittelfristig nicht rentiert. Es war aber trotzdem immer was los dort...

Japaner scheinen der Spielesucht verfallen zu sein. So ziemlich jedes noch so kleine Kaff hat wenigstens eine "Pachinko" oder "Slot" Halle. Es macht manchmal ein wenig den Eindruck wie in Las Vegas, nur eben ueber das ganze Land verteilt.

Japanische Maedels benutzen staendig ihr Haendy. Ich habe heimlich mal beobachtet was sie da eigentlich treiben. Sie chatten bzw. SMSsen die ganze Zeit. Nur ist die Oberflaeche fuer die Eingabe von japanischen Symbolen halt etwas komplexer als unsere SMS Tools. Sie chatten beim Bus/Metrofahren, Einkaufen, Laufen, Radfahren (!!!) und es wuerde mich nicht wundern wenn sie es auch beim Autofahren tun (vielleicht sind sie deswegen so lahm!?). Ich vermute die Unfallursache Nr.1 in Japan sind Unfaelle verursacht mangels Aufmerksamkeit waehrend dem Handychat.

Alles in allem war es sehr schoen in Japan. Ich wurde wieder hierher fahren, diesmal jedoch vorher Japanisch lernen und einen Bogen um Osaka machen.