Erster Teil: Kyushu

So, 13.8.2006 (Hong-Kong Island, Internet Cafe im IFC Building):
So, jetzt gibts ein erstes Lebenszeichen von mir. Ich bin inzwischen in Hong Kong angekommen. Hier habe ich erstmal 6 Stunden Aufenthalt. Aber fuer 500.- Euro weniger Flukosten warte ich gerne ein paar Stunden... Ausserdem gibt mir das ein wenig Gelegenheit mal so eine Metropole life zu erleben. Also bin ich gerade beim Bummeln auf Hong Kong Island. Hier ist es verdammt heiss und schwuel, aber die Shopping Mauls sind alle klimatisiert und auch Sonntags offen. Irgendwie scheint Einkaufen hier nur was fuer Frauen zu sein, den 90% aller Leute hier sind weiblich. Ich betrachte das als Feature, nicht als Bug ;)
So jetzt geht dann gleich weiter nach Taipei und von dort sofort nach Fukuoka. Gegen 21:00 Uhr (Japanischer Zeit, also 14:00 CET) sollte ich in meinem Hotel dort angekommen sein. Laut WWW Reklame soll man dort auf den Zimmern sogar Internetzugang (incl. PC) haben...


So, 13.8.2006 (Fukuoka "Sleep Inn"):
Na prima! Ganz toll! Das Worst-Case-Scenario ist eingetreten! Als ich in Fukuoka ankam war mein Gepaeck nicht angekommen!!! Vermutlich wurde es in Hong-Kong geoeffnet und dann nicht mehr zusammenbekommen oder es ist einfach nur verloren gegangen. Dann war es auch noch so spaet geworden, dass der Flughafen in Fukuoka bereits dicht gemacht wurde und der Geldautomat keinen Saft mehr hatte (und daher keine Yen ausspuckte!). Gott-sei-Dank hat der Taxifahrer meine American Express akzeptiert. Nach 15 Minuten Diskussion (mit Haenden und Fuessen) wusste der Taxifahrer dann auch wo mein Hotel ist. Und da hocke ich jetzt erstmal fest! Morgen frueh werde ich nochmal zum Flughafen fahren und schauen was man da auf die Beine stellen kann. Erwaehnte ich schon das das Handy hier in Japan auch nicht funktioniert (trotz Zusage von Mototola!)?! Dummerweise habe ich auf die Ansagen gehoert und wegen der Terroristenpanik ALLE Sachen ins Gepaeck getan (sogar die Rueckflugtickets!!!). Ich habe also wirklich nur meine Brieftasche und das nicht funktionierende Haendy dabei. Naja, ich wollte ja Abenteuer haben...

Mo, 14.8.2006:
So der erste Schrecken hat sich gelegt. Als ich heute zum Flueghafen ging um ein wenig Druck zu machen waren die Sachen bereits in Taipei aufgefunden worden und per Eillieferung auf dem Weg nach Fukuoka. Nach etwa einer Stunde Wartezeit hatte ich mein Gepaeck wieder bei mir. Man, das ging nochmal gut! Aber fragt mich nicht warum der dritte von vier Flughaefen zu bloed war mein Gepaeck weiterzuleiten. Es war definitiv nicht der Inhalt oder die kompakte Art der Verpackung, denn die Sachen kamen erst in Fukuoka durch dem Zoll/Security Check. Naja, auch egal. Dafuer habe ich auf dem Weg zum Flughafen schon einen guten Motorradhaendler gefunden. Mal sehen ob der mich versteht...
Wie meistens im Leben kommt eine Katastophe selten alleine! Ich habe mir die Hacken wund gelaufen und einen Mega Sonnenbrand (incl. leichtem Sonnenstich und Dehydration) geholt um ein Motorrad zu bekommen. Es ist erstaunlich wie gut man kommunizieren kann wenn man grob den Context weiss, auch wenn man kein Wort der anderen Sprache versteht. Nachdem schon alles fuer den Motorradkauf geklaert war und es nur noch um die Vertrag Details ging, blieben wir bei der "Alien Registration Card" haengen. Er wollte da was von mir haben, dass ich offensichtlich nicht hatte oder kannte. Als wir da nicht weiterkamen haben wir telefonisch einen Dolmetscher dazugeschaltet (irgendein Supportler von Honda), der meine schlimmsten Befuerchtungen bestaetigte: Ohne Alien Registration kein Verkauf! Ist wohl nicht moeglich die Versicherung und die Anmeldung des Fahrzeugs zu machen.
Es stellte sich dann heraus, dass ist in Japan NICHT moeglich als Tourist ein Motorrad, Auto oder Wohnung zu kaufen! Man muss in Japan registriert sein, also entweder japanischer Staatsbuerger oder ein "Registrated Alien" sein. Dieses Detail haette ruhig mal jemand im WWW erwaehnen koennen!

Di, 15.8.2006:
Heute habe ich versucht im Immigration Office so eine Alien Registration zu bekommen. Ohne Job, festen Wohnsitz oder weniger als 3 Monate Aufenthalt hatte ich da aber NULL Chance...
Dannach habe ich versucht ein Motorrad zu mieten - keine Chance, gibts wenn ueberhaupt nur in Tokyo City direkt. Ich habe sogar versucht dem Motorradhandler von gestern den vollen Preis des Motorrades mit anschliessender gratis Rueckgabe in Tokyo schmackhaft zu machen (also kein echter Verkauf, er haette es also in seiner Tokyo-Filiale noch ein zwites Mal verkaufen koennen...), aber auch ohne Erfolg! (war gegen die Firmenpolitik...)
Langsam geht mir die Energie und die Ideen aus, also habe ich akzeptiert dass ich wohl meine Ansprueche zurueck schrauben muss um nicht hier in Fukuoka zu versauern.
Ok, also habe ich nach einer Alternative zu einem Motorrad gesucht... z.B. ein Roadster oder Cabriolet mieten - auch ohne Erfolg! Laut Webpages haben zwar einige Autovermieter auch Sportautos, aber anscheinend nicht hier in Fukuoka.
Ok, also habe ich meine Ansprueche noch weiter zurueckgeschraubt - hauptsache es sieht nicht wie ein quadratischer Muelleeimer aus (davon gibts hier viele!!!) und es faehrt ohne Lokfuehrer... Naja, und das war dann recht einfach, und zudem noch preisguenstiger als ein Motorrad. Hier gibt es 8 Rent-A-Car-Haendler (alle in einer Strasse beim Flughafen, es lebe die Markwirtschaft!). Muss ich noch erwaehnen dass KEINER von denen auch nur ein Wort Englisch spricht!? Ich meine wirklich gar kein Wort Englisch! Einer verstand nicht mal das Wort "Sportcar". Mit Haenden und Fuessen und zeigen auf eine Karte und einen Kalender hat das dann aber doch noch geklappt. Also jetzt habe ich (ab morgen frueh) einen Madza Axela. Das ist eine mittlere sportliche Limosine mit Aircondition & Co. Nicht weltbewegend, und definitiv kein Motorrad, aber besser als Zug.
Jetzt sollte ich mir dann erstmal ein paar Klamotten besorgen, denn Motorradsachen (mit Protektoren & Co) sind ohne Fahrtwind bei 36 Grad im Schatten (wenn es nur welchen gaebe!) nicht so der Hit...

Bilder gibts bis jetzt noch keine, da ich weder japanische U-Bahnen noch japanische Beamte oder Motorrad-Verkaeufer fotografiere (ich waere auch nicht in der Stimmung dazu gewesen...). Aber ab morgen gibts dann erste Bilder (sobald ich das naechste Mal online bin).

Ich habe die Reiseroute nun graphisch ueberarbeitet (siehe Japan Mainpage).

Di, 15.8.2006 (Nachtrag):
Nachdem ich nun endlich ein Auto reserviert habe, kann ich mich langsam relaxen. Ich bin zwar entaeuscht, dass es mit dem Motorrad nicht geklappt hat, aber zumindest geht es jetzt weiter.
In meinem Reisefuehrer steht, dass Fukuoka die groesste Vergnuegungsmeile Kyushus (suedliche Insel Japans) hat. Das klingt doch recht verlockend und zu dieser spaeten Stunde gaebe es sowieso nix anderes mehr zu sehen.
Sieht doch schon mal aus wie eine Vergnuegungsmeile. Ob die Japaner wohl das gleiche unter Vergnuegen verstehen wie wir Deutschen!?

Offensichtlich verstehen wir das Gleiche darunter...
Ich bin mir nicht sicher ob Prostitution hier legal ist, aber sie wird zumindest offen toleriert (100m weiter ist eine kleine Polizeistation!)
Hier wimmelt es von zwielichtigen Gestalten und da ich keinen Bock habe deren Jin-Jitzu Kunst kennen zu lernen, mache ich lieber keine weiteren Fotos von den Maedels (oder gar von Typen).

Die Art wie die "Ware" angepriesen wird ist irgendwie anders. Es gibt richtige Showrooms in denen Bilder und Videos gezeigt werden. Sehr informativ... aber nix fuer meinen Geschmack!

Offensichtlich haben die Japaner einen etwas weiteren Begriff fuer Vergnuegen. Es ist auf dem Bild etwas unscharf, aber in den Kaesten und am Boden sind ueberall kleine niedliche Hundebabies! So ein "Puppy-Shop" wuerde in Deutschland wohl nicht hier plaziert werden (wenn ueberhaupt). Waren schon niedlich die Viecher, aber sie taten mir irgendwie leid...

Das CAT ist auch ueberall anzutreffen...

Hier eine Speisekarte der japanischen Variante von McDonalds - "MOS Burger" - gibts hier an fast jeder Ecke. Und erstaunlicher Weise schmeckt es gut! Nur ist die Wahl nur nach dem Aussehen halt recht zufaellig...

Nach 3 Bier auf fast nuechternen Magen faengt die Gegend an mir zu gefallen. Es wird also allerhoechste Zeit ins Hotel zurueckzukehren. Die Metro fahert nach 24:00 Uhr nicht mehr, also muss ich wohl das teure Taxi in Kauf nehmen...


Mi, 16.8.2006 (Nachtrag):
Mist, ich habe einen Kater und haette fast verpennt. Bin einfach keinen Alkohol mehr gewoehnt...


So, dass ist jetzt fuer die naechsten 24 Tage mein Audole. Immerhin sprechen zwei der Mechaniker ein paar Brocken Englisch, so dass sie mir das Auto erklaeren koennen:
- links fahren - gewoehnungsbeduerftig, aber ok.
- rechts blinken und links wischen!? - man das klappt doch nie!
- links schalt...!?! Das ist ja ein Automatik!?!
Aaaaaaaahhhrrrg! Ich werde hier in Japan sterben!
Bis ich endlich den Weg vom Autohaendler zum Hotel gefunden habe um dort mein Gepaeck zu holen habe ich dann aber auch die Automatik begriffen. Ist gar nicht so tragisch, nur ist die (automatische) Wahl des Ganges irgendwie immer falsch. Aber es nervt langsam dass in jeder Kurve der Scheibenwischer angeht...
So jetzt noch einkaufen... eine Kuehltasche gab es nur noch in Babyblau mit Winie Poo drauf! Naja, sieht ja keiner! (Ja Juergen, wenn sie nach Autralien noch lebt darfst Du sie haben!)
So jetzt gehts dannn endlich los, erstmal zu den Nagoya Festungen im Suedwesten.
Das Navigieren gestaltet sich als schwerer als erwartet. Die Landstrassen haben Routennummern, die je nach Laune auch mal Hacken schlagen und dann einer anderen Strasse zugeordent sind. Damit die Japaner dieses Hackenschlagen auch mitbekommen weisen sie mit Schildern drauf hin... leider aber haeufig nur in japanischer Symbolschrift! Auf diese Weise habe ich heute schon mehrmals die Strasse verloren... Mein Richtungssinn ist mir hier auch keine grosse Hilfe.
Aber am schlimmsten ist, dass die Japaner alle kriechen. Die halten sich alle an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50kmh (obwohl hier wirklich nichts gefaehrliches ist!). Langsam glaube ich das mein Schutzengel verhindert hat dass ich hier ein Motorrad oder Sportauto bekommen habe. Ich wuerde bestimmt irgendwann die Geduld verlieren und Kolonnen huepfen. Aber mit diesem lahmen Automatik Auto geht das Gott-sei-Dank nicht. (Tine, ist Dein Schutz-Talisman vielleicht etwas zu stark geraten!?) Gegen 14:00 komme ich an der Nagoya Festung an:


Irgendwie bin ich entaeuscht! Nur grosse, verfallene Mauern und sonst nix. Auf einer Abbildung (Bild rechts) sieht man wie es ausgesehen haben soll. Aber ich kann irgendwie nicht einmal die genaue Struktur der Festung erkennen. Vermutlich ist sie so gross dass ich den Wald vor lauter Baeumen nicht sehe... Ok, es war als "Nagoya Castle Ruins" deklariert, aber gleich so ruiniert!? Entweder waren das sehr schlechte Baumeister oder die Gegner haben besonders gruendlich "ruiniert"... Dafuer verlangen die Eintritt! - Ich will mein Geld zurueck!

Weiter gehts nach Nagasaki. Ich bin viel zu spaet dran, es wird schon dunkel! Es ist schon zu spaet um sich noch die Sehenswuerdigkeiten in Nagasaki anzuschauen und morgen muss ich frueh los. Aber ich denke ich bekomme das gleiche ja nochmal in Hiroschima zu geboten...
Da es schon dunkel ist und mangelde Sprachkenntnisse mich davon abhalten ein Hotel zu identifizieren, versuche ich auf einem einsamen Parkplatz in Nagasaki zu pennen. Leider funktioniert die Klimaanlage im Stand nicht (und die Batterie wuerde es auch nicht lange mitmachen). Also muss ich wohl bei 30 Grad vor mich hin oelen...
Immer wenn ich gerade einschlafe parkt hier wieder jemand. Plotzlich telefoniert jemand direkt hinter meinem Auto. Das ist nicht gut! Ich spreche ihn hoeflich an und zu meinem Glueck versteht er ein ganz bisschen Englisch. Der Parkplatz gehoere seinem Bruder und ich haette nicht dafuer bezahlt. Auf sehr japanische Art habe ich micht tausend mal entschuldigt, was ihn wohl auch beschwichtigt. Nix wie weg hier! - Naja, ich wollte ja Abenteuer haben!
Ich fahre eine halbe Stunde weiter gen Nord-Osten und finde am Omura Wan See einen wirklich einsamen Parkplatz auf einer Anhoehe. Es herrscht eine frische Brise und ich habe Blick auf den See.
Sehr einladend... und ich bin sehr schnell eingeschlafen! :)


Do, 17.8.2006:
Heute geht es nach Kuamamoto, wo es eine (nicht runinierte) Festung aus dem 16.Jhd gibt:
Im ersten Moment bin ich erschrocken - Die Mauern sehen fast genauso aus wie in Nagoya! Aber sie sind noch 100% in Takt...
Und dann sehe ich den Unterschied! Weit hinter den ersten Mauern ist eine Festung im Samurai Stil zu erkennen!
Und je naeher ich komme desto klarer wird mir wie gross die Anlage sein muss.
Ziemlich beeindruckend so eine Festungsmauer mit Graben!
An der Festung sind ueberall Schiessscharten und Stachel um Eindringlinge fernzuhalten
In diesem Model werden die Abmessungen (zur Bluetezeit 1790) deutlich. Es ist nicht einfach eine Burg, sondern eher eine Stadt. Der stark gefestigte Teil in der Mitte ist die Festung die ich gerade besichtige, aber die ganze Stadt ist von diesen riesigen Mauern durchzogen.
Jetzt wird mir dann auch klar warum ich von Nagoya nicht viel erkannt habe. Es standen nur noch die Mauern vom Aussenbereich und der ganze innere Bereich war abgebrannt. Diese Festung hier ist uebrigens auch nur eine originalgetreue Rekonstruktion, weil die echte abgebrannt war...
Allerdings kann ich nicht verstehen warum man so aufwaendige Festungen baut und dann das Herz aus Holz baut!? Das muss doch in jeder Schlacht abbrennen!
Naja, und dann kamen die boesen weissen Maenner mit den langen Nasen ("Gaijin") aus dem Westen! So mutig die Samurai auch waren, gegen die britischen Kanonen und Gewehre konnten sie nicht viel ausrichten!
(Jaja, eines Tages werde ich es auch lernen vernueftige Bilder zu machen, auf denen ich nicht den Blitz direkt gegen eine Scheibe richte!)
6 Stockwerke ist die Festung hoch. Die kleinen Punkte da unten sind Japaner!

So, weiter gehts ein Stueck in Richtung Kogoshima! Auf halber Strecke finde ich ein (billiges) Hotel. Leider ohne Internet :(
Dafuer hat es in diesem Kaff aber eine Las Vegas like Spielhoelle (hier nur einer von vielen Gaengen). Die meisten dieser Automaten spielen mit irgendwelchen Metalkugeln die man die ganze Zeit laut rasseln hoert (ziemlich Ohrenbetaeubendes lautes Geraeusch!). Anscheinend dienen diese Murmeln als Spielgeld. Einige der Leute haben mehere Schuhkartons voller Murmeln hinter sich stehen...
Wenn ich so drueber nachdenke, dann habe ich solche Spielhallen bisher in jedem Ort gesehen. Die Japaner scheinen ein kleines Sucht Problem zu haben!


Fr, 18.8.2006:
So heute geht es weiter in den Sueden nach Kogoshima. Dort gibt es wunderschoene Isoteien. Das sind Landschaftsgaerten der reichen Familien aus dem Mittelalter. Ich bin ja eigentlich nicht so der Fan von schoenen Gaerten, aber die sind wirklich wunderschoen! Die Bilder sprechen fuer sich selbst:




Die Teiche voll mit prachtvollen fetten Koys. Wenn man sie fuettert (Futter gab es billig zu kaufen) dann wuzelte es richtig im Becken. Klasse! Wenn ich mich recht entsinne, dann duerfte jeder dieser Fische den Wert eines Mittelklasse Autos haben...

Unten gibts schon wieder was fuers CAT! Hier handlet es sich um einen Katzen Schrein, der den "Ur-Katzen" Koreas gewidmet ist.
Im Reisefueher wurde darauf hingewiesen, dass hier die lokalen Reiseproviante besonders gut waeren. Es handelte sich um geroestete Teigballen die in braunem Zucker/Karamell eingelegt waren. Ziemlich zaehes Zeug, aber super lecker!

Direkt neben den Isoteien gab es das Museum ueber die Shimadzu Familie, welche wohl starken Einfluss auf die (moderne) Geschichte Japans hatte. Anscheinend hat die Fuerstenfamilie schnell kapiert, dass sie in den Europaern starke Gegner haben. Daher haben sie mit ihnen Handelsbeziehungen aufgebaut und von ihnen Technik und Wissen erlernt. Von Webstuehlen, Uhrwerken, Kontinentalkarten bis zu Gewehren, Kanonen und Schlachtschiffen haben sie alles erhandelt. Dieses Wissen wurde erlernt und zur Verteidigung genutzt. Haette die Shimadzu Familie nicht so weise gehandelt, so waere Japan vermutlich eine britische Kolonie geworden...
In dem Museum waren haupsaechlich die britischen Originale der erworbenen Technik zu sehen (Kanonen & Co), was ich aber nicht fotografiert habe weil das fuer uns Europaer irgendwie selbstverstaendlicher Kram ist.
Persoenlich fand ich die Kontinentalkarten sehr interessant. Schon auf der Karte von 1597 sind deutlich Kreise zu erkennen, so dass sie also auch beim Kartogrtaphieren gewusst haben mussten dass die Erde eine Kugel ist. Die spaetere Karte hat nicht mehr Asien im Zentrum sondern sieht schon sehr stark wie die heutigen Weltkarten aus! Da hatten sie offensichtlich schon einiges westliches Wissen uebernommen...



Schon waehrend dem Isoteien Besuch fing es an zu nieseln, was aber noch sehr angenehm war (bei 34 Grad!). Seit ich aus dem Museeum bin regnet es immer staerker. Damit faellt vorerst die Besteigung des Sukurajima (Vulkan direkt in Sichtweite des Museums) aus :( Daher gibts nur diese zwei Schnappschuesse des Vulkans:

Auf dem rechten Bild kann man ueberigens auch eine Variantion dieser bereits erwaehnten Cube Cars bewundern. Man sind diese Autos haesslich! Eher wuerde ich auf dem Zahnfleisch kriechen...

Um etwas Zeit aufzuholen lasse ich die "Scenic Routes" an der Ostkueste Kyushus aus. Dort gibt es wirklich keine nennenswerten Sehenswuerdigkeiten ausser der Strecke an sich... und dafuer sollte man ein Motorrad fahren. (Ok, es gibt dort Natur Termal Quellen, aber erstens regnet es und zweitens ist es zu heiss fuer ein heisses Bad!)

Es regnet immer staerker, also kann ich den (preiswerten) Camping Platz im Mount Aso Vulkan Krater wohl auch vergessen. Daher beschliesse ich kurzfristig den kuerzesten und schnellsten Weg ueber den (kostenpflichtigen) Expressway zurueck nach Fukuoka zu nehmen. Dort kann ich wieder in mein erstes Hotel mit Internet Zugang nehmen und habe einen guten Startpunkt fuer die weitere Tour nach Honshu.

Auf dem Expressway kann man endlich mal Gas geben :) Ok man darf eigentlich nur 80 fahren, aber es ist fast immer zweispurig und die immer-hoeflichen-Japaner machen auch brav Platz wenn ich von hinten komme. Ploetzlich sehe ich eine Highway Patrouille mit Blaulicht (eigentlich ist es gelb aber das klingt doof!) die mit voller Geschwindigkeit faehrt. Ok, bevor ich noch enorme Strafen zahlen muss sollte ich wohl doch mal mit dem Tempo unter 140 gehen. Es waere auch irgendwie frech wenn ich ein Polizeiauto ueberhole, also bleibe ich in sicherem Abstand hinter der Patrouille und nutze den freigeraeumten Weg hinter ihm aus...

Kleine Suenden straft der Liebe Gott sofort! Als ich in meinem Hotel in Fukuoka ankomme ist es ausgebucht! Ich habe es noch bei einer handvoll anderer Hotels versucht, aber auch alle ausgebucht. Es scheint wohl irgendwas wichtiges los zu sein.
Ich habe mal was davon gehoert das das O-Bon Fest (jap. Familienfest) Mitte bis Ende August sein soll. Das koennte die Sache erklaeren.
Ich bin dann in ein Internet Cafe gegangen um noch nach weiteren Hotels zu suchen (und um das hier zu schreiben). Als ich feststellte dass einer der Angestellten englisch spricht biete ich ihm 1000 Yen (ca. 7 Euro) wenn er mir ein Zimmer organisiert. Leider scheiterte auch er, aber er erlaubte mir hier im Internet Cafe zu uebernachten. Es gibt zwar keine Dusche, aber eine Klimaanlage und ein breites Sofa (in jeder "Kabine"). Das ist allemal bequemer als das Auto und gibt mir Gelegenheit richtig ausfuehrlich zu berichten (ich liege ja neben einem PC mit Internetanschluss!). In der Auslage haben sie Zahnbuersten und Ohrenstaebchen, also passiert das wohl oefter hier... Ganz nebenbei ist die Sache etwa 75% billiger als ein Hotel! (was dann zusammen mit der Expressway Maut wieder den normalenm Preis ergibt).
...
Jetzt ist es 2:00 Uhr und hier sind immer noch recht viele Leute. Erstaunlich!

So jetzt habe ich Kyushu fertig exploriert und werde ab morgen mit Honshu, der Hauptinsel Japans, beginnen. Ich hoffe es wird dann noch etwas weniger provinzial, so dass ich mehr englischsprachige Menschen treffe. Denn jeden Abend um ein Hotel kaempfen zu muessen, nur weil niemand einen versteht und das Wort Hotel nicht mal an den Hotels dran steht, ist schon etwas stressig. Ausserdem waere es nett wenn der Regen sich auf Nachts beschraenkt, damit er mir nicht alle Touren vermasselt! Spaetestens in 5 Tagen in Osaka sollte ich wieder einen Internet Zugang haben. Bis dann!